Sie treiben es ganz schön bunt

Probe mit Chorleiter Christian Cöster.
Mit Freude proben die „Belle Voci“ Kluftern mit ihrem Chorleiter Christian Cöster fürs Herbstkonzert am 28. September. (Foto: Helmut Voith)

Schwäbische Zeitung, 10. September 2019

Sechs Wochen Sommerpause sind vorbei, Zeit für den Frauenchor „Belle Voci“ aus Kluftern, sich intensiv aufs Herbstkonzert am 28. September, den Höhepunkt des Jahres, vorzubereiten.

Ein gutes Jahr ist es her, dass der Chor nach dem Weggang von István Boldizsár in Christian Cöster einen neuen Chorleiter gefunden hat. Heute spürt man die gute Stimmung, die Freude am gemeinsamen Arbeiten. Noch ist rege Unterhaltung angesagt, doch die Erste Vorsitzende Tanja Merkle lächelt: „Wenn der Chef ruft, sind wir still.“ Und schon fragt er: „Sind alle tiefentspannt?“ Es kann losgehen: Knie, Füße, Schultern kreisen, bald kommt ein Summen und Singen dazu. Takte, Übergänge, ganze Passagen werden geprobt und wiederholt, bis er meint: „Ja, jetzt kommen wir schon hin“ und anfeuert: „Volles Risiko beim Tempowechsel“ oder: „klingt schräg – das ist richtig so.“ Gelegentlich singt er vor, schließlich singt der Musikwissenschaftler und Musiklehrer am Graf-Zeppelin-Gymnasium auch aktiv im Bregenzer Festspielchor. „Das ist ein Wohlfühlstück für den Chor“, verspricht er, „traut euch!“

Die Sängerinnen sind gern dabei, dazu Tanja Merkle: „Er findet das richtige Maß zwischen Fördern und Fordern.“ Was er erreichen will? „Mir ist sehr daran gelegen, Flexibilität zu gewinnen, den Klang auszubauen, Homogenität zu entwickeln. Die Grundlagen sind gelegt, jetzt bauen wir aus, das macht unglaublich Freude.“

„Wir treiben es ganz schön bunt“ haben sie ihr Herbstprogramm genannt: „Es ist ein ganz bunter Strauß, quer durch die Stilrichtungen.“ Es gibt einen vielversprechenden Mix, angefangen bei der „Fischerin vom Bodensee“ über Trude Herrs „Ich will keine Schokolade“ bis zu „Imagine“ von John Lennon und „Don’t stop me now“ von Queen. „Könnt ihr noch?“ fragt Cöster und schon erklingt Matthias Claudius‘ „Der Mond ist aufgegangen“ und als Kontrastprogramm Rammsteins „Gott weiß, ich will kein Engel sein“.

Als Gäste haben die „Belle Voci“ die neunköpfige A-cappella-Gruppe „Iwan-Singers“ zum Konzert eingeladen, keine Russen, sondern Solisten aus dem Männergesangsverein „Mozart“ Eitelborn aus dem Westerwald unter der Leitung von Helmut Best. Schon vor Jahren hätten ihre Väter eine Freundschaft mit dem Männerchor Kluftern gepflegt, die Söhne frischten sie auf. 2015 war der Chor in Kluftern, zwei Jahre später ging’s auf Konzertreise in den Westerwald, jetzt ist wieder der Gegenbesuch angesagt. Kölsche und russische Lieder und Schlager würden sie mitbringen, man darf auf das Gemeinschaftskonzert gespannt sein.

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