In Kluft­ern wer­den eif­rig neue Lie­der ge­probt

In Kluftern probt der Frauenchor „belle voci“ mit seinem neuen Dirigenten Christian Cöster.  Foto: Helmut Voith

Schwäbische Zeitung, 09. August 2018, Helmut Voith

Der Frauenchor „belle voci“ freut sich über seinen neuen Chorleiter Christian Cöster

Kluftern – Glücklich ist der Frauenchor „belle voci“ in Kluftern, dass er einen neuen Chorleiter gefunden hat. Die Schwäbische Zeitung war bei einer seiner ersten Proben mit dem Chor dabei – zugleich der letzten vor der Sommerpause.

Neun Jahre hatten die Frauen unter dem Dach des Männergesangsvereins MGV Kluftern gesungen, am 2. Juni 2016 haben sie sich „abgenabelt“ und ihren eigenen eingetragenen Verein der „schönen Stimmen“ gegründet. Dennoch haben sie im vergangenen Jahr zusammen mit dem Männerchor Fischbach ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert gefeiert.

Der Erfolg blieb nicht aus. Aber der junge rumänische Dirigent István Boldizsár, den sie 2017 als Chorleiter gefunden hatten, musste jetzt kündigen, da er hier am See keine berufliche Basis gefunden hat und in seine alte Heimat zurück will. Doch Musiker haben ein gut geknüpftes Netz und so wurde der Chor überraschend schnell fündig. Ihr neuer Chorleiter Christian Cöster, Musikwissenschaftler und Musiklehrer am Graf-Zeppelin-Gymnasium, hat über Jahre das Jugendsinfonieorchester der städtischen Musikschule geleitet und aktiv im Bregenzer Festspielchor gesungen. Er war immer anspruchsvoll, ohne seine Schützlinge zu überfordern, man darf gespannt sein auf die weitere Entwicklung der „belle voci“.

Cösters Professionalität zeigte sich allein schon bei den Lockerungsübungen vor der Probe ausgewählter Lieder. „Wer jetzt noch kalt ist, der hat etwas falsch gemacht“, war sein Kommentar zu einer muskelkaterfördernden Übung. In ruhiger, lockerer Atmosphäre wird geprobt. Man ist dabei, sich aneinander zu gewöhnen. Wenn man ihn beim Dirigieren beobachtet, das subtile Spiel der Finger sieht, ahnt man, was hier im Werden ist.

Konzert am 8. September

Es hat seinen Grund, dass noch so eifrig geprobt wurde und ab 3. September noch weitere intensive Proben folgen. Denn am 8. September findet im Graf-Zeppelin-Haus ein Konzert mit dem Fischbacher Männerchor statt, zusammen mit dem „Mellembygd Mannskor“ aus Norwegen, der eine Woche bleibt und dann seine Konzertreise fortsetzt. Ein Lied wollen sie gemeinsam singen, ansonsten präsentieren sich die drei Chöre in eigenen Blöcken.

Und sonst? Es wird wieder ein Scheunenfest geben, diesmal am 15. September (Beginn 15.30 Uhr). Hier werden hauptsächlich deutsche Lieder gesungen – der Gegensatz zum englischsprachigen Mainstream habe im letzten Jahr großen Anklang gefunden, berichtet die Erste Vorsitzende Tanja Merkle. Singen sie alle Strophen von der „Schwäbsche Eisebahne“? Ja, so drei oder vier, ist die Antwort. Großes Erstaunen auf die Information, dass Bernhard Bitterwolf kürzlich in der Gegend an die zwanzig Strophen servierte. Am dritten Adventssonntag wird es das traditionelle Vorweihnachtskonzert geben. Doch bis dahin wird mit großer Freude am Singen noch fleißig geprobt werden.

%d Bloggern gefällt das: