Ein Wechsel zwischen ruhig und stimmungsvoll

Die Chorgemeinschaft Oberteuringen und der Männergesangsverein Kluftern.
Mit Trinkliedern beendet die Chorgemeinschaft Oberteuringen und der Männergesangsverein Kluftern den Abend. (Foto: schwamborn)

Schwäbische Zeitung, 22 April 2018, Ruth Schwamborn

Männergesangsverein Kluftern lädt zum 90-jährigen Bestehen zum Jubiläumskonzert

Der Männergesangsverein Kluftern hat zu seinem Jubiläumskonzert am Samstagabend in das Bürgerhaus eingeladen. Zum 90-jährigen Bestehen des Chores hatte sich der Dirigent István Boldizsár ein aufwendiges und vielseitiges Programm einfallen lassen.

„Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme“, mit diesem Zitat von Richard Wagner begrüßte der erste Vorsitzende, Albert Burkard, die Besucher und die eingeladenen Gastchöre. „Sie sind hier, um den Abend zu genießen und das wird ihnen bei uns gelingen“, versprach Burkard. Der musikalische Auftakt erfolgte durch die Gastgeber und dem Männergesangsverein Oberteuringen, mit dem passenden Titel „Nimm die Stunden wie sie kommen“ von Dieter Rasch und Jules Verard.

Schon mit dem ersten Musikstück erreichte die Chorgemeinschaft dass sich die Zuhörer entspannt zurücklehnten und sich auf das Kommende freute. Natürlich durfte der Klassiker für einen Männerchor auch nicht fehlen, das bekannte „La Montanara“ von Toni Ortelli. Die Sänger gaben hier alles und sangen den Titel voller Inbrunst. Einen tollen Kontrast bot sich dem Zuhörer anschließenden mit dem Frauenchor „Belle Voci“ ebenfalls unter der Leitung von István Boldizsár. Der Kontrast erfolgte nicht nur durch die reinen Frauenstimmen sondern auch durch die ausgewählten Musikstücke, begonnen mit dem bekannten „Komm ein bisschen mit nach Italien“. Dieser Titel ließ bei dem ein oder anderem Zuhörer schon die ersten Urlaubsgedanken aufkommen und zauberte so ein Lächeln in die Gesichter.

Bei dem Stück „Atemlos“ schieden sich die Geister. Diesen Ohrwurm von Helene Fischer in einer Chorfassung zu präsentieren war durchaus ein Wagnis welches sich der Dirigent herausfordernd stellte. Hier war vor allem die Virtuosität des begleitenden Klavierspielers des Abend Jürgen Jakob gefragt. Der abrupte Wechsel zu dem ruhigen Stück „Halleluja“ von Leonard Cohen meisterten die Frauen hervorragend und sie ernteten hierfür Rufe nach einer Zugabe, welche mit dem Titel „Barbar´Ann“ auch sogleich erfolgte. Nach dem Motto „Wer ein Fest feiert, lädt sich Gäste ein“ betrat der Männergesangsverein aus Immenstaad unter der Leitung von Frieda Mohr die Bühne. Mit ihrem Musikstück „Wir sind die alten Säcke“ nahmen sie sich selbst auf`s Korn und sorgten so für viele Lacher. Beim Stück: „Die kleine Kneipe“ lud die quirlige Dirigentin das Publikum zum Mitsingen ein und die Zuhörer folgten dieser Einladung gern. Auch sie erhielten völlig zurecht Zugabe Rufe.

Präsident ehrt Mitglieder

Nach der Pause durfte der Präsident vom Bodensee Hegau Chorverband Bernhard Schäuble den langjährigen Sänger Heinz Dietenberger für 60 Jahre Mitgliedschaft auszeichnen. Oft wird er gefragt, ob diese Ehrungen noch zeitgemäß sind. Doch der Präsident kann dies mit einem klaren Ja beantworten. Denn es geht hier um Wertschätzung, es geht darum auf einen Menschen hinzuweisen welcher, wie im Falle Heinz Dietenberger, jahrelang selbstlos und selbstverständlich im Verein tätig ist, ohne einen Profit heraus schlagen zu können. Er selber frage sich hingegen, was motiviert einen Sänger so lange einem Gesangsverein treu zu bleiben? Die Gründe hierfür sind wohl in der Kameradschaft zu suchen, dem Miteinander in frohen Stunden, aber auch dem Trost in schweren Stunden in der Gemeinschaft. „Die Wissenschaft hat festgestellt, das Gesang gesundheitsfördernd ist, Freude schafft, das Gehirn trainiert und Balsam für die Seele ist. Also alles gute Gründe, es Heinz Dietenberger nach zu tun“ , so Bernhard Schäuble lachend.

Im Anschluss daran konnte Klaus Liewer mit István Boldizsár sein Talent unter Beweis stellen. Die zwei Solisten sangen zwei Arrangements(„Dein ist mein ganzes Herz“ und „Funiculli-Funicula“) und vor allem Klaus Liewer überzeugte mit seinem stimmgewaltigen Tenor. Aufgrund erkältungsbedingter Stimmeinbuße vonseiten des Dirigenten Boldizsár absolvierte Liewer die verlangte Zugabe allein. Der letzte Teil der Chorgemeinschaft Oberteuringen und dem Männergesangverein Kluftern beinhaltet verschiedene illustre Trinklieder wie sie wohl in geselliger Runde oft zum Besten gegeben werden. Ein guter Schluss ziert bekanntermaßen alles und so versammelten sich alle vier Chöre auf der Bühne, um gemeinsam den genussvollen Konzertabend stimmgewaltig zu beenden.

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