Ein beschwingter Abend mit Gästen

  • Mächtige Stimmen bringt die A-cappella-Gruppe „Iwan Singers“.
  • Bunt und beschwingt gaben sich die „belle Voci“.

Schwäbische Zeitung, Helmut Voith, 29. September 2019

„Wir treiben’s ganz schön bunt“ hat der Frauenchor „belle voci“ aus Kluftern als Motto über sein Jahreskonzert am Samstagabend gesetzt. Der Bürgersaal war gefüllt mit Fans und, wie Tanja Merkle in ihrer frisch-fröhlichen Begrüßung sagte, mit solchen, die es noch werden können: „Das Leben ist aufregender, wenn es bunt ist. Wenn Frauen zusammenkommen, wird es automatisch fröhlich.“

Die Vorsitzende verteilte gleich am Anfang die Geschenke an ihren Dirigenten Christian Cöster und Korrepetitor Tobias Rädle am Piano, auch Helmut Best, der Leiter des Gastchores aus dem Westerwald, erhielt schon vor dem Auftritt sein Präsent – Vorschusslorbeeren, die durchaus berechtigt waren, denn Gastgeberinnen und Gäste servierten einen unterhaltsamen, beschwingten Abend.

Mit viel Power füllten die neun Männer der Gruppe „Iwan Singers“ aus dem Westerwald die Bühne. „Ich bin ‘ne Räuber“, so legten sie los, doch in so gemütlich sonorem Ton, dass keiner Angst haben musste. Weiter ging’s mit „Dat Wasser von Kölle“, und je mehr Kölsch sie sangen, desto weniger verstand man die Worte, der Dialekt ist für schwäbische Ohren eine Herausforderung. Schnell war bei „Viva Colonia“ der Refrain in fast allen Mündern, der Saal sang begeistert mit. Vor der Pause haben die Gäste Kostproben ihres breiten Repertoires präsentiert. „Marmor, Stein und Eisen bricht“ war sicher für manche Anwesende eine Reminiszenz an die Tanzstundenzeit,

Der Song „The Lion sleeps tonight“ oder „Wimoweh“ ein dynamischer Ausflug zum „Lion King“, um nur einige herauszugreifen. Es überraschte, welche Kraft die A-cappella-Gruppe in Schola-Größe in den Saal brachte. Deutsche und englische Lieder waren bei ihnen in der Balance.Gleich nach dem Einmarsch der „belle voci“ trat die „Fischerin vom Bodensee“ in einem frischen Arrangement wieder einmal in Aktion. Bunte Schals brachten ebenso Farbe auf die Bühne wie die bunten Blusen und Shirts nach der Pause, ein fröhlicher Akzent gegen häufig in Schwarz-Weiß-Einheitslook auftretende Chöre.

Freddie Mercurys „Don‘t stop me now“ und Rammsteins „Engel“ zeigte die ständig wachsende Bandbreite des Chores. Etwas gewagt war, dass sich die Sängerinnen für das bekannte Lied „Der Mond ist aufgegangen“ an den drei freien Wänden aufstellten, denn hier bekam man nicht den Eindruck eines geschlossenen Chores, sondern hörte vor allem die nächststehenden Stimmen.

Mit den mitreißenden Songs „Siyahamba“ und „My Way“ füllten zuletzt Iwan Singers und belle voci zusammen die Bühne als kräftiger gemischter Chor, und das obwohl die Männer aus dem Westerwald absolut in der Minderzahl waren. Man spürte, dass die belle voci mit ihrem bunten Herbstkonzert bei ihren Fans gut ankamen. Ein solcher Chor bedeutet für einen Ort wie KLuftern ein großes Stück Identität und damit Lebensqualität.

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